Mykotoxine beim Hund – ein Fall aus unserem täglichen Notdienst
Siyamed Mala Ali
Tierarzt & Gründer
Solche Fälle sehen wir leider regelmäßig im Notdienst.
Joe, ein junger Hund, hatte verschimmelte Nudeln gefressen. Die Besitzerin reagierte zunächst spät, bemerkte dann aber Zittern und starke Unruhe. Zum Glück kam sie schließlich doch noch – Joe war schnell bei uns und konnte stabilisiert werden.
Dieser Fall zeigt, wie gefährlich verschimmelte Lebensmittel für Hunde sein können.
Was sind Mykotoxine?
Mykotoxine sind Giftstoffe von Schimmelpilzen (z. B. Penicillium, Aspergillus). Sie entstehen häufig auf Lebensmitteln wie:
- gekochten Nudeln oder Reis
- Brot und Backwaren
- Käse
- Essensresten aus dem Biomüll
Besonders gefährlich:
Mykotoxine sind hitzestabil. Auch wenn der Schimmel entfernt oder das Futter erneut erhitzt wird, bleiben die Giftstoffe erhalten.
Warum sind Mykotoxine so gefährlich für Hunde?
Bestimmte Mykotoxine wie Penitrem A oder Roquefortin C wirken direkt auf das Nervensystem. Schon kleine Mengen können ausreichen, um schwere Symptome auszulösen – oft innerhalb kurzer Zeit.
Typische Symptome
Die Beschwerden beginnen meist plötzlich:
- Zittern und Muskelzuckungen
- Unsicherer Gang
- Krampfanfälle
- Unruhe, Angst oder Desorientierung
- Erbrechen oder Durchfall
Unbehandelt kann eine solche Vergiftung lebensbedrohlich sein.
Wichtig für Hundebesitzer
- Niemals verschimmelte Lebensmittel verfüttern
- Biomüll immer sicher verschließen
- Schimmel nicht „abschneiden", sondern Lebensmittel komplett entsorgen
Tierarzt Siyamed Mala Ali 🐾